DJ Bob: Vom Kellerstudio auf die großen Bühnen | Amberg24

vor 3 Stunden
DJ Bob und Edu, Plaza Nürnberg (Bild: Stefanie Swann)
DJ Bob und Edu, Plaza Nürnberg (Bild: Stefanie Swann)
DJ Bob und Edu, Plaza Nürnberg (Bild: Stefanie Swann)
cancel
info
DJ Bob und Edu, Plaza Nürnberg (Bild: Stefanie Swann)

DJ Bob: Vom Kellerstudio auf die großen Bühnen

In Amberg kennt man DJ Bob. Und darüber hinaus. Er hat sich seinen Weg in die Musikwelt erarbeitet. Was im Keller begann, führte ihn auf internationale Bühnen und zu einem Deal mit Universal Music. Das rät er jungen Leuten mit großem Traum.

„Zehnmal hinfallen, elfmal aufstehen.“ Es ist ein Motto, das DJ Bob dahin brachte, wo er heute ist – auf internationale Bühnen. Seit 25 Jahren ist er schon als DJ unterwegs. Geschenkt wurde ihm auf dem Weg nichts. Das will Vladimir aka DJ Bob auch jungen Leuten mitgeben und dazu inspirieren anzufangen.

Seine Geschichte beginnt in Pawlodar, einer Stadt in Kasachstan. Als Russlanddeutscher kam er 1994 nach Deutschland. Nachdem er und seine Familie das Auffanglager in Sulzbach-Rosenberg hinter sich gelassen hatten, landeten sie in Amberg. „Ich war überall der Russe. Die Menschen hatten Vorurteile”, sagt der heute 45-Jährige. Aber: „In der Schule war ich in der Ausländerklasse. Wir waren alle aus verschiedenen Ländern, das funktionierte gut.” Multi-Kulti, Menschen aller Herkunft und dieses Gefühl von Gemeinschaft prägen ihn bis heute: Grenzen sollten keine Rolle spielen. „Unser Land ist die Welt.”

Wirtschaftsschule, Werbeagentur, Internationale Logistik – das war Vladimirs beruflicher Weg. Die Musik begleitete ihn immer. ABBA und Boney M. waren die Platten, die sein Vater hörte. Später prägten ihn die Hip-Hop- und West-Coast-Sounds der 90er-Jahre sowie Snoop Dogg, 50 Cent, Dipset, T.I., Outcast und die Migos.

Aus Hobby wird Leidenschaft

Mit seinem Freund Thorsten – DJ T-Stan – baute er sich selbst ein Kellerstudio. „Wir haben uns beigebracht, wie man scratcht, und versucht, Mixtapes aufzunehmen“, sagt DJ Bob. „Und meinen ersten Flyer hab’ ich mit Edding geschrieben.“ Nach und nach wurden die Kreise größer. Bob trat nicht nur in Amberg auf, sondern auch in Nürnberg und Regensburg. Aus einem Hobby wurde eine Leidenschaft, aus kleinen Auftritten eine echte DJ-Laufbahn. Hat sich das DJ-Sein in den letzten Jahren verändert? „Nein, Musik auflegen, Menschen unterhalten, Spaß haben – darum geht es nach wie vor.“

Mit seiner Debütsingle „How Do We Do?“ gelang ihm ein wichtiger Schritt. Es folgte ein Deal mit Universal-Music. Der Song schaffte es auf die bekannte Compilation Bravo-Black-Hits. Sein Song mit Fabobeatz ft. Jermanee „She Bad“ lief bei „Berlin – Tag & Nacht“. Mit dem Song erreichte er auf Spotify mehr als 100.000 monatliche Hörer.

„Don't skip steps”

Bei der Frage, ob er irgendwann den „Jetzt-habe-ich-es-geschafft-Moment“ erlebt hat, muss Bob nachdenken. Einen solchen Augenblick gab es für ihn bisher trotzdem nicht. Vielleicht, weil er humble ist, oder vielleicht, weil er noch lange nicht am Ende angekommen ist und seine Ziele verfolgt. Eines ist, das Plaza, ein Creative-Open-Space in Nürnberg, mit aufzuziehen. Das Plaza, betrieben von seinem Kumpel Edu, ist ein Space mit unter anderem Event-Halle und neun Musikstudios. Hier sollen große Künstler hervorgehen. „Das Plaza als Klassiker der Neuzeit, der Spuren in der Historie hinterlässt – das ist das Ziel.“

Ein Ziel vor Augen haben, es versuchen, hinfallen und wieder aufstehen, das sei die Voraussetzung für den Erfolg. Das Motto müsse sein: „Lebe deinen Traum.“ DJ Bob und Kumpel Edu hatten als Russlanddeutsche in Amberg keine einfachen Startbedingungen, keine Connections. Mit Vitamin B ginge vieles zwar einfacher, das weiß Edu, aber darum ginge es nicht. Er sagt: „Wenn auf deinem Weg nichts weitergeht, dann geh drei Schritte zurück, schnauf durch und nimm Anlauf. Don’t skip steps. Jeder will irgendwo sein, aber keiner möchte den Weg gehen.“

 
north