Bei einer Explosion in einem Regensburger Mehrfamilienhaus sind mehrere Menschen teils schwer verletzt worden. Weitere Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. Ob es sich um eine Gasexplosion handelte, ist noch unklar. Nun rücken die Brandermittler an.
Nach einer Explosion hat es in der Nacht auf Mittwoch in einem Mehrfamilienhaus in Regensburg gebrannt. Der Einsatz im Kasernenviertel dauerte bis in den Abend. Vier Wohnungen waren laut Polizei von der Explosion unmittelbar betroffen. Mit Stand von Mittwochmittag sind fünf Personen verletzt, darunter ein Polizist, der eine Rauchgasvergiftung erlitt. Besonders kritisch sei die Lage für zwei weitere Personen, die im Gebäude vermutet werden und als vermisst gelten, hieß es.
Die Vermissten werden weiterhin im Haus vermutet, vermeldet das Polizeipräsidium Oberpfalz gegen 18.25 Uhr. Die Suche nach ihnen soll beginnen, sobald das Gebäude gefahrlos betreten werden kann. Das Technische Hilfswerk sichert über die Nacht die einsturzgefährdeten Gebäudeteile ab, der gesamte Komplex bleibt für alle Bewohner gesperrt.
Was war geschehen? Dienstagnacht um 3.54 Uhr wurde die Feuerwehr Regensburg zu einer Explosion in einem mehrstöckigen Wohngebäude in der Von-Reiner-Straße alarmiert. Die ersten Einsatzkräfte bestätigten: Die Straßenseite eines viergeschossigen Wohnhauses war über zwei Etagen komplett zerstört. Trümmer lagen bis zum gegenüberliegenden Haus. Feuer drang bis in den Dachstuhl. Auf der Gebäuderückseite bot sich laut Polizeibericht das gleiche Bild.
Die Ursache der Explosion ist derzeit unklar, zwischenzeitlich gab es seitens der Polizei die Vermutung, dass es sich um eine Gasexplosion handeln könnte. Grundsätzlich gibt es laut Feuerwehr Gas im Gebäude. Einem Sprecher zufolge wurden zwei Wände aus dem Gebäude gedrückt. Anfangs habe es einen Feuerball gegeben und es habe sehr stark gebrannt.
Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst begannen, die auf der Straße stehenden Menschen zu sichten und die angrenzenden Gebäude zu räumen. Aufgrund der Lage wurde umgehend eine Alarmstufenerhöhung auf Brand 5 und einen „Massenanfall von Verletzten” veranlasst.
Feuerwehrleute bekämpften den Brand von beiden Gebäudeseiten her von außen. Hierzu kamen mehrere B- und C-Rohre sowie zunächst zwei Drehleitern zum Einsatz. Aufgrund der Einsturzgefahr war es nicht möglich, in die noch intakten Wohnungen zu gelangen oder den Brand im Innenangriff zu löschen. Immerhin verhinderten die Einsatzkräfte, dass sich das Feuer auf den gesamten Dachstuhl und die Wohneinheiten des Nachbarhauses ausbreitete. Dies bestätigte der Einsatz einer Drohne sowie einer dritten Drehleiter. Über sie war es möglich, den Dachstuhlübergang von außen zu öffnen.
Alle drei betroffenen Hausnummern des Reihen-Mehrfamilienkomplexes hat der Energieversorger von der Strom-, Gas- und Wasserzufuhr getrennt. Die betroffenen Bewohner, die in einer Betreuungsstelle im angrenzenden Antoniushaus gesammelt wurden, konnten vorerst nicht zurückkehren. Laut Feuerwehr handelte es sich dabei um 27 Personen. In Abstimmung mit dem städtischen Sozialamt werden Unterkünfte organisiert. Wie die Johanniter mitteilen, stellt das Johanniter-Hotel Includio in Kooperation mit der Stadt Regensburg bis auf Weiteres Zimmer für Betroffene zur Verfügung, vier seien bereits abgerufen worden.
Auch die eigenen Mitarbeitenden, die in unmittelbarer Nähe zur Einsatzstelle wohnen, haben die Johanniter laut Mitteilung im Blick. Mit zwei Mitarbeiterinnen aus den Bereichen Menüservice und Kindertagesstätten wurde Kontakt aufgenommen, um bei Bedarf Unterstützung anzubieten, wie es heißt. Die Johanniter waren laut Mitteilung außerdem mit einem Rettungswagen, einem Notfall-Krankentransportwagen und vier Einsatzkräften vor Ort. Weitere fünf Einsatzkräfte der Schnelleinsatzgruppe Information und Kommunikation seien ebenfalls beteiligt gewesen.
Die Brandermittler der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg sind am Einsatzort und haben mit der Spurensicherung und der Ursachenforschung begonnen. Die Ursache der Explosion ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ungeklärt. Zur Unterstützung der Ermittlungen sind Kräfte des Landeskriminalamtes sowie die Bereitschaftspolizei vor Ort. Die Bereitschaftspolizei startete mit einer systematischen Absuche im unmittelbaren Umfeld des Einsatzortes, berichtete die Polizei kurz vor Mittwochmittag.
Um zumindest die nicht betroffenen Wohnungen betreten und die Nachbarschaft vor einem möglichen Einsturz zu schützen, war das Technische Hilfswerk mit umfangreichen Abstützungsmaßnahmen beschäftigt. Daran waren auch überörtliche Kräfte beteiligt. Mittlerweile haben die Absicherungsmaßnahmen begonnen, wie das Polizeipräsidium Oberpfalz gegen 18.25 Uhr mitteilte. Die Bewohner konnten das Notwendigste aus ihren Wohnungen holen.
Die Feuerwehr war bis in den Nachmittag noch mit zwei Löschfahrzeugen und Drehleitern vor Ort. Auch der Rettungsdienst sicherte die weiteren Maßnahmen ab. Am Nachmittag meldete das Amt für Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Regensburg, dass die Feuerwehrkräfte teilweise bis auf Nachlöscharbeiten abgezogen seien.
Zur Ursache der Explosion und der Schadenshöhe kann auch die Feuerwehr keine Aussage treffen. Neben der Berufsfeuerwehr Regensburg, die mit bis zu 150 Einsatzkräften gleichzeitig im Einsatz war, waren die Einheiten der Feuerwehr Burgweinting, Harting sowie die Löschzüge Altstadt inklusive der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, Keilberg (Drohne) und Weichs eingesetzt. Der Rettungsdienst unterstützt die Maßnahmen mit über 70 Einsatzkräften, das THW war mit einem Großaufgebot von knapp 100 Einsatzkräften aus ganz Bayern vor Ort. Seitens der Polizei sind mehr als 60 Einsatzkräfte eingebunden, teilt das Polizeipräsidium weiter mit.
Die Polizei bittet alle Personen, die zum Zeitpunkt der Explosion in der Nähe der Von-Reiner-Straße waren oder Besonderheiten (etwa verdächtige Geräusche oder Vorabereignisse) wahrgenommen haben, sich umgehend bei der Kriminalpolizei Regensburg 0941/506-2888 zu melden.
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