Zu Besuch bei Interior-Bloggerin Susanne Wolf aka „frauvonundsu” | Amberg24

Susanne lebt für Design und Interior (Bild: frauvonundsu)
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Susanne lebt für Design und Interior (Bild: frauvonundsu)

Zu Besuch bei Interior-Bloggerin Susanne Wolf aka „frauvonundsu”

Susanne Wolf hat ein feines Gespür für Ästhetik. Für Veränderung. Für die Magie im Detail. Farben bringt sie so zusammen, dass Harmonie entsteht. Die Sulzbach-Rosenbergerin setzt nicht nur stilvolle Interior-Akzente, sondern prägt Trends.

Unter ihrem Namen „frauvonundsu“ begeistert Susanne Wolf auf Instagram mehr als 16.600 Follower und nimmt sie mit in ihre Welt des Skandinavien-Chics.

Vorsichtig schiebt die 46-Jährige die blaue, henkellose Keramik-Kaffeetasse ein Stück nach links. Die weißen Platzsets schimmern in der Nachmittagssonne. Auch die Äste in der lila Glasvase zeigen sich von ihrer besten Seite. Susanne Wolf setzt ihre Spiegelreflexkamera an und fokussiert den Esstisch und das hölzerne Sideboard im Hintergrund, auf das sie liebevoll drei Kerzen und ein erdtonfarbenes Bild platziert hat – und drückt ab. Ein Blick auf das Ergebnis, dann geht sie noch einmal zum Tisch und verrückt den Teller mit selbstgebackenen Leckereien. Dann drückt sie wieder ab, checkt das Bild. „Jetzt bin ich damit glücklich“, sagt sie und lacht. „Ich lege großen Wert darauf, dass bei meinen Fotos jedes Detail stimmt. Gleichzeitig soll es nicht aussehen wie aus einem Möbelkatalog.“ Kurze Zeit später wird ihre heutige Aufnahme von ihrem Esszimmer bei Instagram zu sehen sein. Der Raum ist das Herzstück des großzügigen Hauses, das mit perfekt abgestimmten Pastellfarben und harmonischen Formen eingerichtet ist. Die Sulzbach-Rosenbergerin ist Influencerin und Trendsetterin – und das aus Leidenschaft.

Seit gut acht Jahren betreibt sie ihren Instagram-Kanal unter dem Namen „frauvonundsu“, teilt Eindrücke ihres Zuhauses und inspiriert ihre inzwischen 16.600 Follower. Im Fokus: Interior. „Ich denke, das ist mir in die Wiege gelegt worden. Meine Mutter ist Schwedin. In Schweden legt man großen Wert auf ein gemütliches zu Hause. Egal, wo man zu Besuch ist, man fühlt sich willkommen. Genau das setze ich auch in unserem Haus um“, erzählt Susanne Wolf und lächelt. Ein Ziel, das der Kommunikationsdesignerin gelungen ist. Vor fast 20 Jahren übernahm sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern das Haus ihrer Eltern in Sulzbach-Rosenberg. „Es ist ein langer Prozess, aber wir verändern es Stück für Stück. Es gibt immer etwas zu tun. Die Freude am Gestalten, die kreative Ader, die habe ich schon immer gehabt. Deshalb arrangiere ich auch regelmäßig meine Deko um. Ich liebe den Wandel.“

Zu Instagram ist sie über „Umwege“ gekommen. „Vor Jahren habe ich mich im Forum ,solebich’ angemeldet. Eine Plattform, auf der Interior-Begeisterte Fotos ihrer Einrichtung teilen. Das fand ich toll. Erst war ich nur Zuschauer, dann habe ich mein erstes Bild gepostet.“ Daraus wurden schnell mehr. „Mich hat die Kreativität begeistert, der Umgang miteinander. tt. Wir sind alle Gleichgesinnte – und daraus sind im Laufe der Zeit auch enge Freundschaften entstanden.“ Ihre Bilder kommen gut an. So gut, dass sie schließlich doch den Schritt zu Instagram wagt. „Das war erstmal eine Challange, sich in das System einzufinden“, erzählt sie. „Mein Ziel war es aber von Anfang an, einfach Spaß dabei zu haben, es auch als eine Art Tagebuch für mich zu nutzen. Ich wollte nicht der neue Star am Interior-Himmel werden.“

Die Arbeit hinter der Kamera

Die heute 46-Jährige kauft sich zwei Spiegelreflexkameras, ein Stativ, und beginnt, ihr Haus in Szene zu setzen. Mit viel Liebe zum Detail und perfekten Arrangements von Möbel, Deko und Farben. „Ich bin keine Fotografin, aber ich habe mir viel selbst erarbeitet. Die Arbeit hinter der Kamera macht mir großen Spaß.“ Und ihre Bilder kommen an. „Die Rückmeldungen waren von Anfang an positiv. Meine Followerzahl ist kontinuierlich gewachsen und die Menschen haben mir gezeigt, wie sehr sie meinen Einrichtungsstil mögen. Das war und ist immer noch ein tolles Gefühl.“ So, wie bei einem ihrer erfolgreichen Posts. Er zeigt einen großen, weißen Schrank. Über einen der Haken ist ein weiß-blauer Schal drapiert, im Vordergrund liegt ein runder Teppich in altrosa. Susanne Wolf kommentiert ihn mit: „Immer noch eine unserer besten Entscheidungen: der Einbauschrank im Eingangsbereich. Die Geheimtür bei der Sitznische ist einfach super und überhaupt passt eben mega viel rein, in so ein Stauraumwunder. Wollt ihr das mal im Detail sehen – also wie die Aufteilung ist und was wir so in den einzelnen Elementen versteckt haben?“ Die Antworten lassen nicht lange auf sich warten. „Der Einbauschrank ist wirklich toll! Ich bin aber auch ganz verliebt in die Wandfarbe links auf der Wand. Verrätst du mir vielleicht was das ist?“, kommentiert eine der „frauvonundsu“-Followerinnen.

Inzwischen hat sie über 1200 Posts veröffentlicht, in denen sie ihre Türen öffnet und ihr skandinavisch inspiriertes Zuhause zeigt. „Es gibt kaum etwas, das ich nicht fotografiere. Ich habe das Gefühl, dass man in Deutschland gerne die Vorhänge zuzieht und seinen Wohnraum ungern zeigt. Das ist in Schweden anders. Und auch ich lebe das anders.“ Allerdings gibt es klare Grenzen. „Ich würde niemals meine Kinder abbilden. Und ich gehöre nicht zu den Instagramern, die ihre Community mit zum Einkaufen nehmen. Ich beschränke mich auf meine Interior-Liebe.“

Ein echtes Erfolgskonzept. Hinter dem aber viel Arbeit steckt. „Ich mag Detailaufnahmen. Gleichzeitig finde ich es schön, wenn man die Bilder bei Instagram ansieht und irgendwann das ganze Haus zusammensetzen kann.“ Das gelingt, wenn man sich durch „frauvonundsu“ klickt. „Bei meinen Bildern bin ich, anders als andere Influencer, wenig strukturiert. Ich plane meine Posts nicht durch. Heute weiß ich noch nicht, was ich morgen veröffentliche. Ich will mir diese kreative Freiheit nicht nehmen.“ Doch bis das „perfekte Foto“ im Kasten ist, braucht es Zeit. „Früher habe ich oft 25 Foto-Versuche gebraucht, bis es gepasst hat. Heute reichen mir fünf. Man bekommt einen Blick für das perfekte Licht, den richtigen Winkel, das passende Arrangement.“ Bedeutet in der Praxis: Etwa eine halbe Stunde fotografieren, eine Stunde für die Nachbearbeitung und das Verfassen eines Textes. Hinzu kommen die Interaktion mit ihrer Community und unzählige Anfragen, die sie jeden Tag erreichen. Etwa, woher sie bestimmte Möbelstücke oder Dekoartikel hat oder wie ihre Wandfarbe im Wohnzimmer heißt. „Ich liebe diese Arbeit, aber es ist wahnsinnig zeitaufwendig. Ich mache das alles in meiner Freizeit, da ich hauptberuflich in einem Verlag arbeite.“ Eine Aufgabe, in der man sich schnell verliert, wie die Sulzbach-Rosenbergerin weiß: „Manchmal verbringe ich Stunden bei Instagram. Nicht nur auf meinem eigenen Profil, ich klicke mich auch durch andere Interior-Accounts, lasse mich inspirieren oder tausche mich aus. Dabei darf man seine Prioritäten nicht vergessen: die Familie, die Freunde. Ein gesunder Ausgleich ist wichtig, auch wenn es verlockend ist, in dieser Instagram-Welt zu versinken.“

Hunderte Blickwinkel

Rund 1200 Fotos aus einem Haus, wie schafft man es da, immer wieder etwas Neues zu zeigen? Ganz einfach. „Ich dekoriere und arrangiere immer wieder neu. Ich probiere gerne unterschiedliche Dinge aus, streiche auch meine Wände neu. Man kann schon mit wenigen Kleinigkeiten ein neues Raumgefühl erzeugen. Ein Kissenbezug, eine Vase, es gibt unzählige Möglichkeiten. Wohnen muss sich entwickeln und den eigenen Bedürfnissen anpassen. Deshalb ist es im Wandel. Wenn Freunde zu mir kommen, ist oft der erste Satz, den ich höre: ,Lass uns erst einmal schauen, was du wieder neu gemacht hast.‘ Deshalb gleicht kein Foto dem anderen.“

Inspirieren lässt sie sich selbst von Magazinen, Pinterest, von Büchern und dem „ganz normalen Leben“. „Ich bin ein sehr visueller Mensch. Ich nehme vieles unterbewusst wahr. Es kann sein, dass ich eine Daily-Soap schaue und mir denke: Wow, so ein cooler Tisch, so etwas brauche ich auch. Es ist ein Zusammenspiel von vielen Eindrücken. Und natürlich der Art, wie ich aufgewachsen bin. Schon bei meiner Mama hatte Wohnen einen großen Stellenwert. Das habe ich übernommen, genauso wie die Liebe zum skandinavischen Stil.“ Auch Intuition spielt eine entscheidende Rolle bei der Einrichtung von Susanne Wolf. „Ich sitze nicht mit Farbfächern an meinem Esstisch und teste, welche Farbe wohin am besten passt. Ich gestalte, wie ich gerade empfinde.“

Gespür für besondere Details

Susanne geht in ihre helle, in dezentem Grau gehaltene Küche. Kurze Zeit später erfüllt der Duft von Kaffee das Haus. Ihr Blick fällt auf eine kleine, originale Schulwerkbank. „Noch so eine Leidenschaft von mir. Ich gestalte Möbel selbst. Entweder baue ich sie mit Hilfe eines befreundeten Schreiners, oder ich restauriere sie – wie diese Werkbank. Ich habe den Unterbau entfernt und eine Metallkonstruktion angebaut. Jetzt dient sie als Theke.“ Es sind diese Details, die Tausende in ihren Bann ziehen. Ihr Geschick für Interior sticht heraus. So sehr, dass sie die Chefredakteurin der Zeitschrift „living & more“ in ihrem Buch „#instahome: 20 kreative Frauen und ihre inspirierenden Instagram-Accounts“ aufnahm.

Es ist der Austausch, den Susanne Wolf schätzt, der persönliche Umgang mit ihren Followern. „Im Vergleich zu anderen Interior-Influencern habe ich eine relativ kleine Community. Aber dadurch kann ich jedem persönlich antworten, mein Profil bleibt authentisch. Natürlich freue ich mich, wenn die Followerzahl wächst, weil das meine Arbeit und auch den Stil, den ich zu Hause lebe, bestätigt. Aber mir ist es wichtig, dass ich immer ich selbst bleibe.“

Ihre Ziele für die Zukunft? Da muss die 46-Jährige nicht lange überlegen: „Ich wünsche mir, dass mir die Arbeit weiterhin so viel Spaß macht und ich meinen Account mit Freude und ohne Druck weiterführen kann. Ich bin dankbar, denn viele meiner Ziele habe ich schon erreicht, sogar mehr, als ich mir je erträumt hätte. Ich wurde für eine Wohnzeitschrift interviewt, war mit meinen Bildern in einem Buch. Gleichzeitig habe ich eine wundervolle Community. Für die Zukunft stecke ich mir kleine Ziele. Ich hab die 15.000 erreicht – irgendwann vielleicht die 20.000. Und natürlich, dass ich noch viele Ideen und Inspirationen in unserem zu Hause verwirklichen kann.“

 
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