Ein Waldbrand am Johannisberg bei Freudenberg hat am Freitag einen Großeinsatz ausgelöst. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen.
Die dichten Rauchschwaden waren kilometerweit zu sehen. Am Freitag, 31. Juli, wurden gegen 17 Uhr die Feuerwehren in und um Freudenberg wegen eines Waldbrandes alarmiert. Dieser nahm im Laufe der folgenden Stunden besorgniserregende Ausmaße an. Nach und nach wurden weitere Feuerwehren, Rettungsdienste und das Technische Hilfswerk hinzugezogen, um den Großbrand auf der Südseite des Johannisbergs zwischen Hammermühle und Oberpennading unter Kontrolle zu bringen. Auch ein Löschhubschrauber war im Einsatz.
Inzwischen sei das Feuer unter Kontrolle, berichtete der Amberg-Sulzbacher Kreisbrandrat Christof Strobl am Samstagmorgen. Das bedeutet nicht, dass der Brand gelöscht ist: Strobl geht davon aus, dass die Löscharbeiten noch den ganzen Tag andauern und vielleicht auch noch am Sonntag fortgesetzt werden müssen. Betroffen sei eine Fläche von 57.000 Quadratmetern in für die Einsatzkräfte schwieriger Berglage.
Die Kreisstraße 29 zwischen Freudenberg und Bühl wurde bereits am Freitag für den Verkehr gesperrt. Am Samstagmorgen folgte die Staatsstraße 2399. Per Warn-App wurden die Bürger aufgefordert, Fenster und Türen im näheren Umkreis geschlossen zu halten. Was die Bürger wissen sollten: Wegen des Brandes ist es derzeit lebensgefährlich, durch den Wald am Johannisberg zu gehen. Das Feuer hat die Bäume hier so stark beschädigt, dass viele nicht mehr standfest sind: Das sieht der Laie nicht – aber es genügt ein Windstoß, um einen dieser Bäume umzuwerfen.
„350 Einsatzkräfte sind derzeit vor Ort“, informierte Christine Hollederer, Pressesprecherin des Landratsamtes Amberg-Sulzbach, am Freitag gegen 22 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war der Waldbrand außer Kontrolle. Ein Gewitter mit aufziehenden Sturmböen erschwerte die Löscharbeiten. „Das Gelände ist sehr unwegsam. Man kann dort nur zu Fuß hinkommen“, sagte Hollederer.
Das Landratsamt leitete vorsorglich besondere Koordinierungsmaßnahmen nach Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes ein. Ein Katastrophenfall war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgerufen. „Es handelt sich dabei um die Vorstufe zum Katastrophenfall“, erklärte Hollederer. Noch am Abend trat im Landratsamt Amberg-Sulzbach die Führungsgruppe Katastrophenschutz zusammen.